kultur-und-technik-goethe-und-seine-chemiker_homepageDarwin, Goethe und Euler


 

Leseprobe

Von der Biologie sind es nur ein paar Schritte zu Goethes Chemieinteressen. War die Farbenlehre Goethes offizielle Leidenschaft, so kann man die Chemie seine heimliche Geliebte nennen. Rüdiger Stolz, ein Chemiehistoriker, stellt die Wisenschaftler vor, die den Dichterfürsten maßgeblich beeinflussten. Am wichtigsten waren Johann Friedrich August Göttling und Johann Wolfgang Döbereiner. Göttling war der erste Chemieprofessor in Sachsen-Weimar überhaupt. Seine Professur in Jena hat Goethe als Staatsminister selbst mit aus der Taufe gehoben. Döbereiner, sein Nachfolger, ist wohl der berühmteste der Goethe-Ratgeber. Beide Wisseneschaftler hatten sich schon der neuen französischen Chemie verschrieben, die den Sauerstoff als wesentlich bei der Verbrennung erkannte. Döbereiner gilt darüber hinaus zum Beispiel als Entdecker der - heute eminent wichtigen - Katalyse. Er fand heraus, dass sich Wasserstoff, bei der Anwesenheit von grauem, lockerem Platinschwamm entzündet, ohne dass Platin verbraucht wird. Auch dem Periodischen System der Elemente arbeitete er vor. Am populärsten wurde allerdings sein Feuerzeug, damals zu Tausenden von Exemplaren nachgebaut: Aus einer Düse strömte Wasserstoff gegen fein verteiltes Platin, das anfing zu glühen und dabei den Wasserstoff entzündete. Für Goethe war es die "tatkräftigste Verbindung zweier Elemente, des schwersten und des leichtesten".

Prof. Jürgen Teicchmann, Physiker, leitete bis 2006 die Abteilung "Programme" im Deutschen Museum


 

 

 

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